Oberallgäu – Tipps für den Sommer

Wandern

Baden

Essen

Einkaufen

Wandern

Hinanger Wasserfall

Gemütliche Wanderung unterhalb der Sonnenköpfe. Im Juni/Juli blühen dort wilde Orchideen. Auch schön als Nachmittagswanderung, da der Wassefall dann voll im Sonnenlicht liegt.

Rundtour
3 h
Start: Kirche in Hinang
Wegbeschreibung

Breitachklamm

Das Tourismusmarketing entblödet sich nicht, diese Klamm gleich als „Grand Canyon des Allgäus“ zu bewerben, doch hat sich hier kein Colorado River gemächlich fünf bis sechs Millionen Jahre lang eine breite Schlucht geschaffen, sondern ein wütender Bergfluß in gerade mal zehntausend Jahren in den Fels der Allgäuer Alpen gesägt. Dementsprechend steil eingeschnitten und eng ist die Klamm. Sie zu durchwandern ist ein toller Ausflug, auch geologisch hoch interessant, mit ca. 1 1/2 Stunden Gehzeit. In der Klamm ist es auch im Hochsommer sehr kühl und feucht – eine wasserdichte Jacke sollte also nicht fehlen. Kleineren Kindern wird es in der Klamm wegen des lauten Waserrauschens manchmal etwas mulmig und auch Erwachsene spüren, welche ungebremsten Naturkräfte dort wirken.

Am und auf dem Grünten

Starzlachklamm, Alpe Topfen

Vom Sonthofener Ortsteil Winkel aus erreicht man den Fluß Starzlach (am Wanderparkplatz schöne Plantsch- und Spielmöglichkeiten), dessen kleine Klamm am Grünten man relativ problemlos in ca. 1 Stunde durchwandern kann.
Oben angekommen ist über einen kurzen Abstecher die Alpe Topfen erreichbar, die großartige Milch und Buttermilch im Ausschank hat. Der Gasthof Alpenblick bietet eine weitere Einkehrmöglichkeit.

Erzgruben

Der Grünten ist von, recht dünnen, Erzadern durchzogen, die seit dem 14. Jahrhundert erst im Tagebau, später per Stollen abgebaut wurden, bis im 19. Jahrhundert billiges Erz aus Großbritanien diesen bescheidenen Bergbaubetrieb endgültig unwirtschaftlich machte. Die aufwändige Erzgruben Erlebniswelt mit Museumsdorf und begehbaren Stollen führt die Besucher durch die Geschichte des Bergbaus, die Geologie und zu Fosilienfunden. Die Erzgruben sind auch mittels einer leichten Wanderung ab dem Gasthof Alpenblick auf dem „Königsträßle“ (geteert und kinderwagentauglich) erreichbar. Urlauber dürfen, wenn sie gar nicht laufen wollen, ab Burgberg mit einer Touristen“bahn“ fahren (Fahrplan), Einheimische lassen sich darin aber nur ungern erwischen 😉

Gipfeltour

Schon vom Königsträßle und Gasthaus Alpenblick aus hat man einen, ja eben, tollen Blick auf die Allgäuer Alpen. Noch um einiges beeindruckender ist der Panaoramablick vom Grüntengipfel, der bis in die Schweiz und zum Bodensee reicht. Auch Richtung Norden kann man das Auge weit über die satten Weiden des Alpenvorlandes fast bis an die Donau schweifen lassen.
Der Aufstieg ist auf bequemen Wegen, die nur oberhalb des Grüntenhauses etwas steil und schmal werden in  ca. 1 1/2 – 2 Stunden zu schaffen. Die ca. 600 -800 Höhenmeter (je nach Tour) verteilen sich dabei relativ gleichmäßig über die Strecke, so dass man langsam und stetig gehen sollte, um nicht zu früh außer Puste zu geraten. Der Blick entschädigt allemal für die Mühen!

z. B. Rundtour über Jägerdenkmal und Alpe Obere Schwande (es gibt noch zahlreiche andere Varianten)
4 1/2 h
Start: Parkplatz Alpe Weiherle
Wegbeschreibung

Buhl’s Alpe

Angenehme Familienwanderung entlang des Osterbaches, der sich hier recht imposant über Wasserfälle und tiefe Gumpen seinen Weg ins Tal bahnt.

Am Osterbach

An einigen Stellen mit Treppen und Geländern versichert; kleinere Kinder hier lieber an die Hand nehmen. Nicht für Kinderwagen geeignet. Schöne Einkehr in Buhl’s Alpe mit abwechslungsreicher Karte und extrem freundlichem Service.

Rundtour
2 1/2 h
Start: Gunzesried-Säge, Wanderparkplatz
Wegbeschreibung

 

Söllereckbahn – Freibergsee

Der Allgäuer Sommerklassiker – eine Wanderung zu einem warmen, klaren Bergsee, die in drei Varianten möglich ist: Standard ist die Auffahrt mit der Söllereckbahn. Wer es etwas anspruchsvoller mag, kann den kurzen (ca. 3/4 h) aber durchaus anstrengenden Aufstieg auch zu Fuß machen. Von der Bergstation über Waldwege, durch ein an Flora und Fauna artenreiches Hochmoor zu einem der charmantesten Naturbäder Deutschlands. Direkt am klaren See mit großer sonniger Liegewiese und viel Platz in den Umkleiden und Duschen. Eis und Getränke kann man vor Ort kaufen, die restliche Gastro ist eher von der „Was Fettes mit was Frittiertem“-Art, also lieber selbst Proviant mitbringen.
Über das Naturfreundehaus Freibergsee und den Gasthof Bergkristall wird an der Talstation Söllereck die Runde komplett. Ziemlichen Spaß macht dort auch noch die Sommerrodelbahn (mit Anschnallgurten und Überrollbügeln, weisste Bescheid!). Das Berghaus Schönblick nahe der Talstation sollte man, außer für ein schnelles Getränk, lieber meiden.
Die dritte Variante ist für Familien mit Kleinkindern die beste: Vom Parkplatz „Renksteig“ in Oberstdorf in ca. 45 Minuten (einfacher Weg) auf einem schattigen Waldweg zum Freibad. Mit Kinderwagen prinzipiell möglich, aber teilweise recht steil.

Variante Rundtour Söllereckbahn
3 h (ohne Badezeit, bei Aufstieg zu Fuß + 3/4 h)
Start: Parkplatz Söllereckbahn
Wegbeschreibung

 

Oberstdorfer Täler

Die drei großen Oberstdorfer Seitentäler (Trettach-, Stillach- und Oytal) sind irgendwie was ganz besonderes, denn sie bringen den Wanderer aus dem flachen ehemaligen Gletschertrog des Illertals in 3 – 4 Wanderstunden direkt und mit vergleichsweise wenig Mühe in subalpine, sogar alpine Gefilde.
Aus dem touristisch etwas überdrehten und in den 1970er Jahren kräftig „ausgebauten“ Kurort Oberstdorf wandert man an klaren, schnell fließenden Gebirgsflüssen nach und nach durch Fichtenwälder, an Hochmooren entlang in Hochtäler, an deren Talabschluss nochmal ein größeres Ausflugsgasthaus, bzw. in Einödsbach noch die südlichste Ortschaft Deutschlands, warten. Bei müden Beinen und/oder Kindern kann man die Wanderung dort schön bei Kuchen, Wurstsalat und Weizenbier ausklingen lassen und zurückwandern.
Das Weitergehen lohnt sich aber immer, denn hinter den Gasthöfen werden die Wege schmaler und leerer und man erreicht eine ruhige Bergwelt mit Adlern, Steinböcken, Gemsen und vielen Alpenblumen.

Haus in Einödsbach

Käser Alpe/Eissee

Die m. E. allerschönste Tour in den Seitentälern führt über den Stuibenfall zur Käser Alpe und weiter zum Eissee. Dort oberhalb der Baumgrenze kann man sich definitiv „hochalpin“ fühlen, ohne dafür eine gleich eine ganz große Bergtour in Angriff nehmen zu müssen. Unterschätzen darf man die Wanderung deswegen nicht, denn die reichlich 10 Kilometer und ca. 900 Höhenmeter sind für Flachländer durchaus schweißtreibend, u. a. weil über weite Strecken wenig Schatten ist. Früh starten und ausreichen Getränke mitnehmen ist hier ratsam.

4  Stunden

Start: Parkmöglichkeit an der Oybele-Halle in Oberstdorf

Baden

Freibad Fischen

Das „Erlebnisbad“ des Oberallgäus. Große Baby- und Nichtschwimmerbecken und die längste Wasserrutsche im Gäu (was jetzt aber nicht soo viel heißt…). In der Hochsaison um die Mittagsstunden oft überfüllt.

Moorschwimbad Reichenbach

Rustikales Naturbad mit schöner Liegewise (Bergblick inklusive). Das Moorwasser macht wunderbar weiche Haut. Leider nerven die hier übertrieben reichlich herumfliegenden Pferdebremsen etwas.

Hauser Strandbad am Großen Alpsee in Bühl

Große Liegewiese und ein absolut perfekter Badeplatz mit flachem Wasser für Kleinkinder. Spielplatz, Bootsverleih und ordentlicher Gastronomie.

Tipp: Durch die kühlen Nächte sind die Wiesen an Allgäuer Seen und Bädern auch im Hochsommer gerne ein wenig feucht – Strandmatte oder eine Picknickdecke mit wasserfester Unterseite gehören somit in die Badetasche.

 

Essen

Schreinerstube, Obermaiselstein

Die hardcore-alpen-idyllische Einrichtung ist etwas schwer verdaulich, dafür das Essen um so besser. Gut gemachte allgäu-schwäbische Hausmannkost; naturgemäß ist alles ziemlich deftig und reichhaltig, das muss aber auch so. Abgerundet wird das kulinarische Erlebnis durch einen angenehmen, immer aufmerksamen Service. Die Preise sind etwas über dem Durchschnitt aber der Qualität absolut angemessen.
Website
Keine Kartenzahlung; unbedingt 2 – 3 Tage im Voraus reservieren!

Gasthof Krone, Fischen

Seit vergangenem Jahr unter neuer Leitung und seitdem auf bestem Weg. Einheimische Spezialitäten, leckeres Bier, guter Service.
Website

Jagawirt, Schöllang

Modern interpretierte allgäuer Küche gehen mit der Gastlichkeit des Österreichischen Pächters eine gelungene Symbiose ein. Die Wildgerichte sind besonders empfehlenswert.
Website
Reservieren ist ratsam!

Der Löwe, Burgberg

Eine weitere Dorfwirtschaft, die in den vergangene Jahren von einem jungen Team übernommen und mit viel Sinn für Ästhetik entstaubt wurde. Der Gastraum ist eine angenehm zeitgemäße Interpretation alpenländischer Gemütlichkeit, der Service freundlich-flott und die Küche greift fast schon nach den Sternen. Ein besonderes Lokal für besondere Urlaubsabende.
Website
Unbedingt reservieren!

Einkaufen

Lebensmittel

Schöllang hat nur eine Bäckerei, die einem vielleicht noch Milch, Butter und das – übrigens sehr gut gemachte – Allgäuer Anzeigeblatt verkauft. Die nächstgelegenen Supermärkte sind der kleine Fenebergmarkt in Fischen und der V-Markt in Langenwang. Von letzterem bin ich irgendwie nie so recht zu überzeugen und empfehle lieber die Feneberg-Märkte in der Region.
Zur gleichen Gruppe gehört auch der extrem gut sortierte Kaufmarkt in Sonthofen (Ausfahrt Gewerbegebiet Rudolf-Diesel-Straße auf der B 19 Richtung Immenstadt/Kempten). Hochwertige Produkte aus der Region sind die große Stärke bei Feneberg/Kaufmarkt. Preise sind in etwa auf REWE-Niveau, z. T. etwas höher, aber die Qualität stimmt zuverlässig immer. In Sonthofen sind auch ein Lidl-Markt sowie eine Müller-Drogerie und eine freie Tankstelle gleich um die Ecke.

In den Bäckereien Härle und Wirthensohn kann man den Brot- und Brötchen (hier Semmel)-Bedarf bestens decken. Wer aber die ultimative Allgäuer Brezge (=Brezel) sucht, muss zum Waginger nach Sonthofen in die Grüntenstraße 38. Knusprig, perfekt gesalzen und mit kräftigem Laugengeschmack – ein Traum!

Guten Käse gibt es im Allgäu überall. Emmentaler und Bergkäse in verschiedenen Altersklassen bilden den Hauptteil der Sortimente in den vielen kleinene Sennereien. Mein Favorit ist die in Hüttenberg (oberhalb von Sonthofen gelegen). Dort gibt es auch ab und zu Besichtigungen (Website). Sehr gut ist auch der Käse aus Untermaiselstein, wo es, nur leider nicht immer, ganz tolle Obstbrände vom Bodensee zu kaufen gibt (Website).
Das Milchwerk Sonthofen ist mittlerweile in der Hand eines Dänischen Großmolkereikonzerns… wahre Patrioten kaufen dort nicht! 😉

Die beste Adresse für Fleisch/Wurst ist das Schlachthaus in Sonthofen, das von Bauern in der Region als Verkaufstelle gemeinsam betrieben wird. Durch die Direktvermarktung sind die Preise erfreulich günstig und die Qualität außergewöhnlich hoch. Ganz besonders gut sind der getrocknete Rinderschinken, Rindersalami und die Wienerle (= Wiener Würstschen).

Nur Donnerstag und Freitag, 9:00 – 16:00 Uhr, geöffnet. Am besten gleich Donnerstag bis mittags hingehen, denn hier werden nur kleine Mengen geschlachtet und verarbeitet und „wenn’s aus isch, isch halt aus“.

Adresse: An der Sigishofer Illerbrücke, 87527 Sonthofen. Die meisten Navis können damit aber nichts anfangen. Am besten „Freibadstraße“ eingeben und von dort der Beschilderung zur B 19 Richtung Oberstdorf folgen. Die Zufahrt ist etwas schwierig zu „treffen“, denn sie liegt direkt in der Auffahrt zur B 19 (Richtung Oberstdorf). Achtung: Blinker links setzen und unmittelbar nach der Unterführung links einbiegen.

Getränke kann man z. B. gut in den Fristo-Getränkemärkten kaufen. Das lokale Bier ist ein für Süddeutschland typisches helles Vollbier mit kräftigem Malz und vergleichsweise wenig Hopfenaroma. Die Süffigkeit täuscht gelegentlich über den selbstbewußten Alkoholgehalt von mehr als fünf Volumenprozent hinweg. Bestellt wird es als „a Halbe“, was mit 0,5 Litern das Standardmaß im Allgäu meint. Wer ein „großes Bier“ ordert, hat u. U. gleich mal einen Maßkrug zu bewältigen. Das Urtyp Export vom Allgäuer Bauhaus und das Zöttler Gold aus der gleichnamigen Privatbrauerei sind hier meine goldgelben Favoriten. Aus dem hellen Export lässt sich übrigens auch ganz hervorragendes Radler mischen. Und zwar NUR mit Brauerei-Zitronenlimo, niemals mit Sprite!

Ganz ausgezeichnet schmecken im Allgäu auch die Weizenbiere: Der Zöttler Hefeweizen Hell schmeckt auch alkoholfrei großartig und mit dem Fürstabt Hefeweizen und der Alt Kemptner Weiße hat das Allgäuer Brauhaus respektive einen hellen bzw. einen etwas dunkleren Vertreter spritziger, harmonisch-abgerundeter Weizenbiere im Programm. Heller Hefeweizen mit Zitronenlimo bildet das im Allgäu „Ruß“ genannte Weizenradler.
Pils können Brauereien im Süden meist nicht so gut, da der Hopfen zusammen mit dem kalkhaltigen Wasser des Voralpenlandes oft einen unangenehm kratzigen Nachgeschmack hervorruft. Das Teutsch Pils aus Kempten bildet da eine rühmliche Ausnahme.

Ein typischer Schnaps ist der aus der Pflanzenwurzel gebrannte Enzian. Sein herb-säuerlicher Geschmack ist allerdings nicht jedermanns Sache. Probieren und kaufen kann man den hauseigenen Enzian und diverse weitere Brände in der Enzianbrennerei Turra in Sonthofen.
Obstler aus Äpfeln und Birnen, meist vom Bodensee, sind als Absacker nach einem guten Essen beliebt.

An Alkoholfreiem ist das Cola/Orangenlimo-Gemisch „Spezi“ wohl das typisch süddeutsche Getränk. Ich kann mich täuschen, aber es schmeckt in einer Allgäuer Wirtschaft, von der erfahrenen Bedienung selbst aus einer „gelben Limo“ und einer generischen Brauereicola zusammengemischt, irgendwie am besten. In den letzten Jahren sind diverse modische Mischgetränke mit Holder, Heu, Rhabarber, Quitte usw. dazugekommen.

Zum Outlet-Shopping kann man gut ins Allgäu Outlet nach Sonthofen (Sport-/Outdoorbekleidung), Comazo, ebenfalls Sonthofen (Wäsche, Basics) und zu Trigema (T-Shirts, Poloshirts) in Langenwang gehen. Ein großes Outlet ist auch Kunert in Immenstadt am Ortsausgang auf der B 308 Richtung Lindau mit großem Angebot von Kunert, Schiesser sowie diversen Outdoormarken.

Ein Gedanke zu “Oberallgäu – Tipps für den Sommer

  1. Vielen lieben Dank, Tobias, für Deine unglaublich eindrucksvollen und unterhaltsamen Einblicke in einen offenbar ganz traumhaften Flecken Erde. Können den Urlaub nun kaum noch erwarten. Liebe Grüße, Mathias + Familie aus Leipzig.

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