Fährkreuzfahrt von Busan, Südkorea nach Osaka, Japan

Buchung und Preise

Reiseroute

Hafen von Busan

Koreastraße

Seto-Inlandssee

Osaka

Reederei und Schiff

An Bord

Kabine

Einrichtungen

Essen und Trinken

Publikum

Finanzielles

Anreise

Ein- und Ausschiffung

Fazit

Stand September 2019. Selbst erlebt – somit subjektiv und ohne Gewähr.

Buchung und Preise

Mit diesem Teil der Reise habe ich mich eindeutig am schwersten getan, was daran lag, dass ich trotz intensiver Google-Recherchen immer nur auf einer Website auf Japanisch bzw. Koreanisch gelandet bin und schließlich auf AFerry gebucht habe. Die Buchung dort war vergleichsweise unkompliziert, allerdings werden die Tickets erst nach zwei Tagen ausgestellt und per E-Mail versendet, da diese erst bei der Reederei angefordert werden müssen.

An Bord des Schiffs habe ich dann ironischerweise eine Broschüre gefunden, die auf die neue englische Website www.panstarcruise.com verweist. Hier findet sich ein Online-Buchungstool sowie ausführliche Informationen zum Schiff, Deckpläne, Wegbeschreibungen zu den Terminals und viele weitere hilfreiche Informationen.

Die einfache Passage von Korea nach Japan hat einen relativ niedrigen Grundpreis von knapp 100,00€ inklusive einer Koje in einer der günstigen Kabinen in der sog. Ferry Zone. Dort gibt es Auswahlmöglichkeiten zwischen Betten oder einem Schlafplatz auf einer traditionellen Tatamimatte. Mahlzeiten sind nicht im Preis enthalten.

Leider gibt es für Alleinreisende, die sich ungern mit völlig unbekannten Mitreisenden eine Kabine oder einen Schlafsaal teilen möchten, nur wenige und entsprechend teure Optionen. Die preiswerteste davon ist eine sog. Junior Suite (Buchungskategorie: JS) als geräumige 2-Bett Außenkabine mit Minibar und angeschlossener Nasszelle. Abendessen und Frühstück vom Büffet sind enthalten. Außerdem bekommt man Zugang zu einer euphorisch The Paradise benannten Lounge im Bug, in der den ganzen Tag Kaffee, Wasser und Säfte sowie kleine Snacks bereitstehen. Laut Prospekt gibt es dort auch kostenloses W-LAN, was ich allerdings weder mit meinem iPhone noch mit meinem Windows-Netbook zum Laufen bekommen habe.

Wer noch gehobenere Kabinen und Suiten bucht, kann sich auf weitere Annehmlichkeiten wie bevorzugten Check-in und Lounges in den Häfen freuen.

Alles in allem kam die Passage von Busan nach Osaka auf 349,00€. Vor Ort müssen beim Check-in noch 4.400 Koreanische Won (KRW) Hafengebühren und ein angesichts des seit Januar 2019 stetig sinkenden Ölpreises schwer nachvollziehbarer Treibstoffzuschlag von 17.000 KRW – zusammen ca. 16,50€ – in bar(!) bezahlt werden.

Insgesamt kein ganz billiger Spaß. Für Familien und Gruppen hat die Fähre hingegen geräumige Kabinen, die auch relativ preiswert sind.

Übersicht der Buchungsklassen:

  • Ferry Zone
    • Standard Room Twin Bed, Innenkabine, max. 4 Pers. auf Stockbetten
    • Familiy Room, Außenkabine, eigenes Bad, Minibar, TV max. 4 Pers. auf Tatamimatten
    • Standard Room A, Innenkabine, Waschbecken, max. 8 Pers. auf Tatamimatten
  • Cruise Zone
    • Junior Suite, Außenkabine mittschiffs, eigenes Bad, Minibar, TV, max. 2 Pers auf 2 Einzelbetten
    • Deluxe Suite, Außenkabine auf dem Vorschiff, eigenes Bad, Minibar, TV, max. 2 Pers auf 2 Einzelbetten
    • Royal Suite, Außenkabinen (getrennter Wohn-und Schlafraum), Minibar, TV, Whirlpool, max. 2 Personen im Doppelbett

Reiseroute

Betriebsamer Hafen Busan

Die Panstar Dream verlässt den betriebsamen Hafen von Busan am späten Dienstagnachmittag (weitere Abfahrten am Donnerstag und Sonntag) Richtung Japan. Rückfahrten sind am Montag, Mittwoch und Freitag.

Farewell party waving goodbye to departing Panstar Dream passenger ferry  in Busan, South Korea

 

Panstar Dream passing under Busan Harbour Bridge

Mit Unterquerung der Busan Harbour Bridge ist dann auch gleich das „Über sieben Brücken“-Motto der Reise gesetzt, denn das Schiff passiert noch drei weitere beeindruckende Brücken, deren Passagezeiten die Crew an der Rezeption für alle Brückenfans, so es die gibt, liebevoll notiert und ausgehängt hat:

Bridge crossing times on Passenger Ferry Panstar Dream (Busan – Osaka)

Koreastraße

Nach der ersten Brücke weitet sich die Busan vorgelagerte Bucht schnell und die ersten sechs Stunden der Überfahrt führen durch die Koreastraße. Trotz eines Taifuns einige Tage zuvor, war die Meeresoberfläche in diesem Teil der Reise völlig ruhig. Der Schiffsverkehr ist auf anfangs noch sehr dicht:

 

Nach 20 Uhr nähert sich die Fähre der Meerenge zwischen Honshu und Kyushu und passiert gegen 21:30 Uhr die Kammon-Brücke zwischen diesen beiden japanischen Hauptinseln.

Ferry Panstar Dream passing -#Kammon Bridge at night

Seto-Inlandssee

Die restliche Fahrstrecke ist verläuft zwischen Honshu und Kyushu, später Shikoku, auf der Seto-Inlandssee, welche fast wie ein großer Binnensee wirkt. Teilweise fährt das Schiff recht nahe an der Küste, die für eine abwechslungsreiche Kulisse aus Buchten, Nationalparks, Städten, Windparks und Industrieanlagen sorgt.

Am nächsten Morgen steht gegen 8:30 Uhr die spektakulärste Brückenpassage unter der Großen Seto-Brücke, einer beeindruckenden Brücken-Viadukt Kombination von insgesamt 13 KM Länge, an.

Passenger ferry Panstar Dream apporoaching the Great Seto-Bridge

Osaka

Leider ist dieser vergnügliche Dampferfahrtteil der Reise schon am späten Vormittag zu Ende, wenn gegen 9:45 Uhr die ersten Kräne des Hafens von Osaka am Horizont auftauchen.

Osaka in sight

Reederei und Schiff

Die Panstar Dream ist eine vergleichsweise kleine Roll-on/Roll-off Fähre, die 545 Passagiere und 184 Standardcontainer mit einer Maximalgeschwindigkeit von 22,7 KNOTS transportieren kann. Das 1997 gebaute Schiff mit der IMO Registernummer 9162150 fährt seit 2002 unter Südkoreanischer Flagge und ist ausschließlich auf der Relation Busan-Osaka-Busan unterwegs.

Mit ihren unausgewogenen Maßen von 160 x 25 Metern, den weit hochgezogenen Fahrzeugdecks, dem durch allerlei Winden und Anlagen zugerümpelten Achterdeck, das sich zwischen klobige Doppelschornsteine duckt, und den unvorteilhaft beiderseitig in die Buglinie geschnittenen Laderampen ist sie, das muss man leider sagen, kein besonders schönes Schiff.

Passenger ferry Panstar Dream Docking in Busan, South Korea

Der ungünstige äußere Eindruck wird durch zahlreiche Roststellen auf der Schiffshülle und lieblos gestaltete Außendecks verstärkt. Schade, denn im Inneren präsentiert sich die Fähre tadellos sauber und gut ausgestattet.

Betrieben wird das Schiff von der der Gesellschaft PanStarLine Dot Com, Ltd., die vor allem dessen Frachtkapazitäten als Expressfrachtroute Busan-Tokyo vermakelt. Damit lädt das Schiff hauptsächlich Container, teils als ISO-Container, teils als LKW-Auflieger, sowie einzelne komplette Sattelzüge. Private PKWs kommen anscheinend nur vereinzelt an Bord, so dass die Vermarktung der freibleibenden Kabinenflächen unter dem Label ‚Fährkreuzfahrt‘ durchaus clever von der Reederei ist. Den Anspruch an eine sog. Kreuzfahrtfähre löst das Schiff jedoch nicht ganz ein – zumindest nicht im Vergleich mit europäischen Schiffen wie z. B. der Pont Aven.

An Bord

Kabine

Die gebuchte Junior Suite war großzügig geschnitten und mit zwei getrennt stehenden Betten und einer kleinen Sitzecke mit Minikühlschrank und Fernseher ausgestattet. Letzterer war jedoch nicht angeschlossen. Die beiden Betten sind etwas größer als die üblichen Schiffskojen und sehr bequem. Das Bad ist eher klein und zweckmäßig eingerichtet.

Neben zwei Wasserflaschen gab es eine kleine Schachtel mit Süßigkeiten, Slipper und einem Willkommensgruß des Kapitäns. Die Kabine ist zwar durchaus angenehm, allerdings doch eher einfach und weder gemütlich noch irgendwie stilsicher eingerichtet, so dass die Bezeichnung als Junioursuite denn doch ein bisschen pompös wirkt.

Einrichtungen

Angesichts ihrer überschaubaren Größe wartet die Panstar Dream mit überraschend vielen Bordeinrichtungen auf, die sich fast alle auf dem 1F Deck befinden.

Dort gruppieren sich um ein Atrium, in dem tatsächlich zur Begrüßung zwei Musikerinnen am Flügel aufspielen, zwei Restaurants, Duty Free Shop, Rezeption, Kiosk und ein kleines Kosmetikstudio. Nach achtern schließen sich Konferenzräume, zwei Karaoke-Lounges sowie dieser persönliche Favorit an:

Ganz in der japanischen Onsen-Tradition befinden sich zwei aufwändig ausgestattete Gemeinschaftsbäder auf dem gleichen Deck.

Auf Deck 3F befindet sich eine gemütliche Bar namens Café Yume, aus der man dank des gedämpften Lichts auch nachts noch gut andere Schiffe beobachten kann. WLAN ist dort kostenlos und einigermaßen schnell und die beiden Bartender machen einen guten Job.

Die Ausstattung und Einrichtung des Schiffs versucht dem Kreuzfahrtthema gerecht zu werden, was manchmal sogar gelingt…

Eher etwas enttäuschend sind die Außenbereiche, die absolut schmucklos und mit nur wenigen Sitzgelegenheiten ausgestattet sind. Die Bar auf Deck 2F blieb trotz bestem Spätsommerwetter geschlossen; ihre nachgerade bescheuerte Lage zwischen den beiden Schornsteinen hätte einen Besuch aber sowieso nicht wirklich nahegelegt.

Generell verfügt das Schiff nur über wenige offene Decks, die zudem oft durch technische Einrichtungen verengt werden. Lediglich auf Deck 4F bietet sich ein freier Rundblick und einige ebenso runde Sitzbänke.

 

Essen und Trinken

Im Ticketpreis sind ein Abendessen und ein Frühstück enthalten, die als Selbstbedienungsbüffets serviert werden. Das Angebot dort umfasst koreanische und „westliche“ Angebote, wie Nudeln in Tomatensoße zum Abendessen und übrigens auch zum Frühstück.

Das Abendbüffet mit Suppen, Salattheke und einer Vielzahl an vegetarischen und nichtvegetarischen Gerichten haben mich durchaus überzeugt, wenngleich auch hier der Standard eher einer guten Jugendherberge als einer Kreuzfahrt entspricht. Der Service war ein bisschen skurril und es wurde zwar stets von vielen Servierkräften nachgelegt und auch immer sehr zügig abgeräumt – man musste seinen Teller regelrecht festhalten – dafür war es trotz ausliegender Weinkarte während des ganzen Essens unmöglich, ein anderes Getränk als Wasser aus dem Spender zu bekommen.

Das Frühstücksbüffet wird von typisch asiatischen Speisen wie Reis-Congee oder gebratenem Reis dominiert, wobei westliche Varianten wie Speck mit Rührei oder Brioches nicht fehlen. Scharfer Kimchi am Morgen ist sicher nicht jedermanns Sache, bringt aber den Kreislauf besser Schwung als der dünne Pulverkaffee, der mit ebenso pulvriger Milch gereicht wird.

Publikum

Während dieser Reise Mitte September war die Fähre eher schwach ausgelastet und insgesamt circa 50 Passagiere an Bord. Meistenteils koreanische Reisende mittleren Alters, ein weiterer Deutscher und zwei jüngere Japanerinnen, deren Fotos in allen denkbaren Titanic-Posen schon bald nach Ankunft in Osaka auf Instagram zu finden waren.

Finanzielles

Da die Essen im Preis inbegriffen sind, gibt es hierzu relativ wenig zu berichten. Ein großes Bier im Café Yume kostet umgerechnet etwa 5,00€ (knapp 3,00€ in der Happy Hour). Die Preise in den Shops an Bord kamen mir weder besonders günstig noch besonders teuer vor. Bezahlt wird in Koreanischen Won oder Japanischen Yen; die Automaten an Bord nehmen nur Yen. Achtung, zwischen Korea und Japan wird an Bord kein Geld gewechselt.

Anreise Hafen Busan

Busan ist sehr gut an das südkoreanische Straßen- und Schienennetz angebunden und mit schnellen KTX Zügen von Korail in unter drei Stunden von der Hauptstadt Seoul aus erreichbar. Diese verkehren alle 30 MIN. Die einfache Fahrt kostet umgerechnet ca. 50,00€.
Etwas günstiger sind die unregelmäßiger verkehrenden Saemaeul-Züge, die ca. 4 3/4 STD benötigen.

Wer Zeit und Lust auf eine etwas beschaulichere Option hat, wird bei den aus den 1980er Jahren übriggebliebenen Mugunghwa-hos fündig. Man kann sie sich am ehesten als eine Mischung aus InterCity und Regionalexpress der Deutschen Bahn vorstellen. Die Reisezeiten sind im „Hibiskuszug“ sind mit ca. 5:45 STD deutlich länger als in den KTX Zügen; der Reisepreis wiederum mit ca. 22,00€ niedriger und die Fahrt sehr viel interessanter (Bericht hier).

Vom größten Flughafen des Landes Seoul-Incheon nimmt man am besten den Bus #6770 zum Bahnhof von Gwangmyeon (57 MIN) und wechselt dann auf einen Zug.

Meine favorisierte Website für erste, überblickshafte Recherchen von Bus- und Bahnverbindungen in aller Welt ist übrigens www.rome2rio.com.

Der Bahnhof von Busan liegt in der Nähe des Fährterminals. Für eine Zwischenübernachtung gibt es diverse Hotels entlang der Hauptstraße. Gut und günstig fand ich dieses hier.

Vom Bahnhof zum Busan International Ferry Terminal kommt man zu Fuß über den Ausgang #7 auf der Ostseite des Bahnhofs über dem Parkhaus und dann Richtung Norden an einem Fußgängerüberweg über eine mehrspurige Straße. Dann der Zufahrtsstraße zum Terminal folgen. Dauer des Fußweges ca. 15 MIN.
Alternativ kann man einen Shuttlebus (alle 30 MIN, 1.200 KRW) oder ein Taxi (ca. 8 MIN, ca. 6.000 KRW) nutzen.

Achtung, einige Blogs und Websiten empfehlen, mit der U-Bahn bis Choryang Station zu fahren.
Da von dort aber erst ein langer, dunkler Tunnel mit campierenden Obdachlosen und dann eine achtspurige Straße ohne Ampel überwunden werden muss, ist das kein guter, bzw. ein veralteter Tipp!

Ein- und Ausschiffung

Die Abfertigung von Fußpassagieren erfolgt in Busan in einem flughafenähnlichen Fährterminal, an dem auch weitere Fähren, meist schnelle Katamarane nach Japan, und Kreuzfahrtschiffe anlegen. Das Busan International Ferry Terminal verfügt über Büros und Abfertigungsschalter der verschiedenen Schifffahrtsgesellschaften, Reisebüros, Wechselstube und ein Café mit Aussichtsdeck. Ein echtes Highlight ist das Schnellrestaurant auf der 3. Ebene, in dem man noch ein letztes Mal koreanische Küche für wenig Geld genießen kann.

Der Check-In von Panstar im 3. Stock des Terminals öffnet ca. zwei Stunden vor dem Auslaufen. Am Schalter müssen der Pass und eine ausgefüllte Cruise Application, eine Arte Ausreise- und Zollformular, vorgelegt werden. Die Formulare sind in mehreren Sprachen inkl. Englisch an Tischchen vor den Schaltern erhältlich. Außerdem müssen am Schalter Hafengebühr und Treibstoffzuschlag – bar in Koranischen Won – entrichtet werden.

Eine gute Stunde vor Abfahrt wird das Boarding aufgerufen und auch hier ist alles ziemlich flughafenmäßig. Außer natürlich, dass die Passagiere ihr gesamtes Gepäck mit durch die Kontrollen nehmen und Flüssigkeiten auch in Behältnissen über 100 Milliliter erlaubt sind. Nach der Sicherheits- und Passkontrolle, die sehr zügig ablaufen, können im angrenzenden Wartebereich noch letzte Einkäufe in einem Duty Free Shop und einem gut sortierten Convenience Store gemacht werden.

Das Boarding erfolgt über verglaste Gangways direkt ins Schiff und von dort über eine Rolltreppe bzw. Aufzug zur Rezeption auf Deck 1, an der die Kabinenschlüssel, tatsächlich noch echte Schlüssel, ausgegeben werden.

Schon vor der Ankunft im Osaka Port International Ferry Terminal sollte man sich etwas Zeit für die Japanischen Einreise- und Zollerklärungen nehmen, die im Hafen ausgefüllt vorgelegt werden müssen. Diese liegen in der Nähe der Rezeption an Bord der Fähre aus – leider nur auf Koreanisch oder Japanisch. Die Reederei bietet auf ihrer Website zwar für alle Dokumente Erläuterungen an – diese konnte ich auf meinem Rechner allerdings nicht öffnen und musste ein wenig googlen bzw. raten.

Bei der in Osaka muss man sich auf ein relativ lange Ausschiffungsprozedur von ca. einer Stunde einstellen: Zunächst wird man über Rolltreppen auf das unterste Fahrzeugdeck der Fähre und von dort mit einem Bus ins Terminal gebracht. Auf Grund von Quarantänemaßnahmen überschreitet man dann eine Desinfektionsmatte und wird anschließend von den Beamten der Grenzpolizei abgefertigt. Danach folgt eine kurze Befragung durch einen Quarantänebeamten bezüglich mitgeführter Pflanzen, Lebensmittel usw. und eine ziemlich gründliche Zollkontrolle. Anders als an Flughäfen werden fast alle Passagiere zu diesem Check herangewunken. Das Ganze geht mit  ausgesuchter japanischer Höflichkeit und Gründlichkeit vonstatten, so dass es sich tatsächlich nicht unangenehm anfühlt. Nur dass der Beamte am Ende beinahe vergessen hätte, meinen Pass zurückzugeben fand ich nicht ganz so lustig, denn schließlich müssen Ausländer in Japan per Gesetz jederzeit den Pass mit gültigem Einreisevermerk vorweisen können.

Das Terminal bietet anders als das in Busan keine nennenswerten Einrichtungen; auch keine Bank, Wechselstube oder Geldautomaten. Man sollte also einige Japanische Yen für die ersten Ausgaben dabei haben.

Auch die Anbindung an das ÖPNV-Netz der Stadt ist nicht optimal. Der Bus vor dem Fährterminal fährt leider nicht zur nächsten U-Bahn Haltestelle und auch Taxis fehlen. Der Fußweg zum U-Bahnhof Cosmos Square der Chou-Line dauert ca. 10 MIN. Man verlässt das Terminal nach rechts und folgt zunächst dem Kai, dann der Straße in einem leichten Halbkreis nach Osten – rechter Hand der Park Seaside Cosmo. An der zweiten Ampelkreuzung nach rechts und dann sieht man in einer Passage schon den Aufgang zur Station. Zwischen der ersten und zweiten Ampelkreuzung ist ein 7-Eleven Laden mit Geldautomat, an dem meine deutsche Mastercard problemlos funktioniert hat.

Vom Cosmos Square fahren ca. alle 7 MIN Bahnen stadteinwärts und erreichen in einer Viertelstunde die Hommachi Station, von der aus zahlreiche Anschlüsse an andere U-Bahnenlinien bestehen. Der Fahrpreis hängt vom Zielbahnhof ab und kann einem Aushang neben den Fahrkartenautomaten entnommen werden. Zu beachten ist, das in der gesamten Station fast gar keine Informationen auf Englisch vorhanden sind, auch kein U-Bahnplan mit westlicher Schrift. Man sollte daher schon vorab einen U-Bahnplan bzw. eine App auf sein Handy laden (ein öffentliches W-Lan gibt es auch im U-Bahnhof, allerdings nur sehr schwaches Signal) und sich vielleicht auch schon mal mit den Abläufen zu Ticketkauf und Fahrtantritt vertraut machen – z. B. hier.

Fazit

Es gibt, zugegeben, selbst auf dem Seeweg schnellere und günstigere Varianten, um von Südkorea nach Japan zu kommen, z. B. den Katamaran der Beetle Line von Busan nach Hakata (ca. 3 STD; 67,00€ one-way).

Was aber den Rhythmus und Schauwert angeht, dürfte es kaum einen entspannteren und schöneren Weg nach Japan geben. Von der Ausfahrt durch einen der größten Häfen Asiens mit unzähligen mitlaufenden Frachtern, Tankern, Kreuzfahrt- und Containerschiffen über die Unterquerungen der spektakulären Hängebrücken bis hin zum Kreuzen auf der Seto-Inlandssee mit ihren Nationalparks, Buchten und Inseln bietet diese Reise eine gelungene Mischung aus Fährpassage und Ausflugsfahrt.

Das gut ausgestattete Schiff mit seinem zurückhaltend-freundlichen Personal und reich bestückten Büffets tut das seinige zum Gelingen dieser Minikreuzfahrt. Die überbordenden Werbeaussagen auf der Panstar Cruise Website sollte man allerdings nicht all zu ernst nehmen. Die Panstar Dream bleibt eine schlichte Fähre, was aber für Fans von Fährkreuzfahrten gerade seinen Reiz haben dürfte.

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